Mit etwas Vorbereitung, dem richtigen Werkzeug und einer strukturierten Vorgehensweise ist das für die meisten Fahrzeugbesitzer gut machbar. Die Kosten für einen professionellen Räderwechsel variieren stark. Je nach Region und Werkstatt liegen sie oft zwischen 25 und 45 Euro pro Wechsel. Wer also zweimal im Jahr zur Werkstatt fährt, gibt zwischen 50 und 90 Euro jährlich aus. Auf ein paar Jahre gerechnet kommt ein ordentlicher Betrag zusammen. Durch den eigenen Wechsel spart man aber nicht nur Geld, sondern man lernt auch sein Fahrzeug besser kennen. Außerdem ist man zeitlich flexibel und nicht von Werkstattterminen abhängig - gerade in der Hauptsaison ein großer Vorteil.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Kompletträder bestehen aus Reifen, die bereits auf Felgen montiert und gewuchtet sind. Das bedeutet: Man muss zuhause keine Reifen ab- oder aufziehen - ein großer Unterschied zum Reifenwechsel, der Spezialmaschinen erfordert. Für Kompletträder genügt ein solider Untergrund, etwas Platz und das passende Werkzeug.
Benötigtes Werkzeug
Wagenheber (am besten ein stabiler Rangierwagenheber, nicht nur der Not-Wagenheber aus dem Auto)
Radkreuz
Drehmomentschlüssel (um die Radschrauben korrekt anzuziehen – sehr wichtig!)
Drahtbürste oder grober Lappen (zum Reinigen der Radnaben)
Kupferpaste oder Keramikpaste (ganz dünn für die Nabe, gegen Festkorrosion)
Handschuhe für besseren Grip und Schutz
Schritt für Schritt Anleitung
1. Fahrzeug vorbereiten: Das Auto muss auf einer ebenen, festen Fläche stehen. Handbremse anziehen und einen Gang einlegen bzw. bei Automatik auf „P“ stellen. Wenn möglich, Unterlegkeile benutzen – Sicherheit geht vor.
2. Radschrauben lockern: Bevor der Wagen angehoben wird, die Radschrauben leicht lösen – aber nur ein Stück, keinesfalls abschrauben. Am einfachsten geht das mit einem Radkreuz oder einer stabilen Knarre.
Fehler vermeiden
Niemals ohne Drehmomentschlüssel arbeiten - zu fest oder zu locker ist beides gefährlich.
Nicht auf weichem Untergrund arbeiten - der Wagenheber kann absacken.
Schrauben nicht einfetten - nur die Nabe hauchdünn behandeln, niemals das Gewinde.
Räder nicht kreuz und quer mischen – Markierungen beim Abnehmen helfen beim späteren Rotieren.
Fazit
Kompletträder selbst zu montieren ist eine hervorragende Möglichkeit, Geld zu sparen und trotzdem höchste Sicherheit zu gewährleisten. Mit etwas Übung geht der halbjährliche Wechsel schnell von der Hand und das gute Gefühl, unabhängig von Werkstattterminen zu sein, kommt gratis dazu. Die Investition in ein paar solide Werkzeuge lohnt sich langfristig auf jeden Fall, denn die jährlichen Einsparungen sind deutlich spürbar.
Montieren Sie Ihre Räder selbst oder bevorzugen Sie den Service einer Fachwerkstatt? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare!